Verfasst von: selbstregulationsblog in: 13. Mai 2009

Grundannahmen des Modells
Mögliche Probleme
Die Probleme, die sich innerhalb der Bereiche und zwischen ihnen ergeben können, lassen sich grob in drei Kategorien einordnen:
Ansatzpunkte zur Klärung und Problemlösung
Veränderungen im Bereich des Selbstkonzepts sind nicht notwendigerweise mit einer Änderung des Selbst verbunden!
Klärungsfragen
1. Brauche ich, was ich zu brauchen glaube? Wie realistisch ist das Bild meiner Bedürfnisse?
2. Kann ich, was ich zu können glaube? Was kann ich wirklich? In welchen Bereichen möchte ich meine Fähigkeiten überprüfen oder erweitern?
3. Will ich wirklich, was ich zu wollen glaube? Sind meine Absichten klar und in sich stimmig? Verfolge ich Ziele, die sich nicht miteinander vereinbaren lassen und deshalb zu Konflikten führen?
4. Muss ich, was ich zu müssen glaube? Setze ich mich selbst mit überhöhten Ansprüchen unter Druck, denen ich nicht gerecht werden kann? Lasse ich mich von anderen unter Druck setzen und überfordern? Wo kann ich, muss ich Grenzen setzen? Nehme ich meine Verpflichtungen (in welchem sozialen Zusammenhang?) realistisch wahr?
5. Bin ich, was ich zu sein glaube? Wie realistisch ist die Selbsteinschätzung meiner Persönlichkeitsmerkmale?
6. Darf ich, was ich zu dürfen glaube? Wie realistisch ist meine Einschätzung dessen, was in einem bestimmten sozialen Zusammenhang erlaubt oder erwünscht ist?
Die soeben genannten Klärungsfragen können Selbstzweifel auslösen bzw. verstärken und sind dann kontraproduktiv. Konstruktive Prozesse lassen sich erkennen, wenn…
…individuelle Bedürfnisse klar zum Ausdruck gebracht werden können,
…Fähigkeiten und Fertigkeiten real vollzogen und beobachtbar sind (damit auch von anderen bestätigt werden kann, dass diese Fähigkeiten vorhanden sind),
…Absichten und Ziele deutlich formuliert und in sich schlüssig sind,
…Anforderungen in einer bestimmten sozialen Situation durch Hinweise bzw. Äußerungen relevanter Bezugspersonen bestätigt werden,
…die Ausprägung bestimmter Persönlichkeitsmerkmale durch geeignete Testverfahren oder Beurteilungsgrundlagen fundiert ist,
…das in einem bestimmten sozialen Zusammenhang Erlaubte, also reale Handlungsmöglichkeiten und Rechte (auch in einem juristischen Sinn) durch relevante Bezugspersonen bestätigt ist.
Selbstkonzept, Selbstsicherheit und Selbst-Bewusstsein
Selbst-Bewusstsein lässt sich konkret beschreiben mit Aussagen der Form “ich weiß, dass ich…” (also: “ich weiss, was ich will – ich weiss, was ich kann” usw.). Selbst-Bewusstsein als Klarheit über sich selbst zeigt sich in selbstsicherem Verhalten. In jedem Bereich sind Selbsteinschätzungen mit Gefühlen verbunden – die Klärung und Stabilisierung des Selbstkonzepts kann in verschiedenen Zusammenhängen ein wertvolles Ziel sein. Ängste lassen sich abbauen, wenn eigene Fähigkeiten entwickelt und (an-)erkannt werden, depressive Zustände lassen sich abbauen, wenn Selbstvertrauen und Optimismus durch ermutigende Erfahrungen (wieder) wachsen, Mobbingerfahrungen lassen sich zum Teil verstehen als “sozial bedingte Kompetenzdefizite”, die nicht durch einen Verlust von Fähigkeiten, sondern durch Beschädigungen des Selbstkonzepts (insbesondere des Selbstkonzepts der Fähigkeiten) entstehen. Essstörungen werfen die Frage auf, wie präzise die körperlichen Bedürfnisse (insbesondere Hunger und Sättigung) erkannt und berücksichtigt werden. Dissozialität lässt sich verstehen als verzerrte Wahrnehmung bzw. Ignoranz des (sozial und/oder juristisch) Erlaubten.
Sinn und Zweck des Modells ist es, Probleme konkreter beschreiben zu können und Selbst-Bewusstsein als “Bewusstsein von sich selbst” bzw. das Wissen von sich selbst (sprich: vom je eigenen Selbst) zu entwickeln. Es scheint, als ob die Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls in sehr vielen Problembereichen hilfreich ist – dann aber lohnt es sich auch, sich ausführlich mit diesem Thema zu beschäftigen.